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07.03.2018, 17:33 Uhr
Politikerinnen erzählen aus ihrem Alltag und ihrem Leben

Spannend kann ein Arbeitstag im Politikerinnenleben sein, anstrengend auf jeden Fall und manchmal auch ermutigend oder desillusionierend.

v.l.n.r.: Astrid Dirks, Silvia Lübcke, Gitta Connemann und Saskia Buschmann

Das war das einhellige Fazit der drei Politikerinnen Gitta Connemann, Hillgriet Eilers und Gila Altmann auf einer Veranstaltung der Auricher Frauenwoche am 5. März 2018.

Die drei Politikerinnen waren einer Einladung des Soroptimist International Deutschland Clubs Ostfriesland-Norden ins Europahaus gefolgt und sie berichteten vor ca. 50 anwendenden Frauen auf ihrem Alltag und ihrem Leben. Anlass war der 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Die Wege der drei Frauen in die Politik wurden von ihnen ungleich bewertet.

CDU-Frau Gitta Connemann aus Leer startete ihre politische Laufbahn als Ratsmitglied in der Gemeinde Hesel im Landkreis Leer. Sie ist Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Unterems und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. Gitta Connemann ist durch ein persönliches Erlebnis und einen Missstand in ihrer Heimatgemeinde zur Kommunalpolitik gekommen.

Hillgriet Eilers von der FDP kam durch ihr Studienfach der Sinologie (chinesische Sprach- und Kulturwissenschaften) mit unterschiedlichen politischen Strömungen in Kontakt. Für eine aktive politische Beteiligung hat sich die Emderin aber erst viel später entschieden und ist seit dem Jahr 2001 Mitglied des Emder Stadtrats und seit 2013 Mitglied des niedersächsischen Landtags.

Gila Altmann von Bündnis90/Die Grünen hatte sich vor ihrem Parteieintritt schon intensiv mit der Anti-Atomkraft-Bewegung, Gorleben, Tschernobyl und Umweltschutzfragen auseinandergesetzt, bevor sie Parteimitglied wurde. Sie war Mitglied des Bundestages und parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Jetzt ist sie Mitglied des Auricher Kreistages.

Die drei unterschiedlichen Politikerinnen schilderten persönlich und teilweise recht kritisch, wie sie ihren Beruf und ihr Leben meistern.

„An Frauen werden meistens viel höhere Maßstäbe angesetzt, als an Männer – und das von Frauen“, war eine Aussage von Gitta Connemann und sie führte weiter aus, dass sie viel Zustimmung von Frauen erfahre, aber eben auch viel Gegnerschaft.

Da gehe es oftmals gar nicht um Kritik an ihrer Politik oder an der Politik der CDU, sondern um ihre Person, ihren Durchsetzungswillen oder beispielsweise ihre Kleidung.

Sie wisse, so Connemann weiter, dass sie mit ihrer Art oftmals anecke, aber sie betreibe Politik direkt für die Menschen und da ist es oftmals unvermeidbar, unbequem zu sein. Männern werde das dann als Führungs- und Leistungsstärke ausgelegt, während Frauen dann mit dem Adjektiv „zickig“ belegt werden.

Alle drei Politikerinnen zeigten in ihren Referaten den Willen zur Gestaltung auf, der sie umtreibt, auch wenn alles immer sehr lange dauert und gar nicht so leicht bei den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln sei.

Einig waren sich Gitta Connemann, Hillgriet Eilers und Gila Altmann in der Bewertung, dass es auch 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts immer noch schwierig ist, Frauen zur aktiven Mitarbeit in den Gremien zu bewegen.

Ein Engagement lohne sich jedoch immer und die Politikerinnen werben gemeinsam dafür.

Von der Frauen Union Aurich nahmen Silvia Lübcke, Saskia Buschmann und Astrid Dirks als Zuhörerinnen an der Veranstaltung im Europahaus teil. Das Foto mit Gitta Connemann entstand im Anschluss daran und zeigt von links nach rechts: Astrid Dirks, Silvia Lübcke, Gitta Connemann und Saskia Buschmann.